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BERLIN – EUROPAS KULTMETROPOLE WIRD ZUM SUPER-HUB

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BERLIN – EUROPAS KULTMETROPOLE WIRD ZUM SUPER-HUB

Die ewige Baustelle Berlin

Keine europäische Hauptstadt kann auf eine derart bewegte jüngere Vergangenheit zurückblicken wie Berlin: Zunächst Hauptstadt des 1871 gegründeten Nationalstaats und späteren Deutschen Reichs, dann rasantes Wachstum auf zwei Millionen Einwohner 1905 und auf später 4,3 Millionen bis 1939. Nach der umfassenden Zerstörung in den letzten Monaten Tagen des zweiten Weltkriegs 1945 eine wieder auf 2,8 Millionen geschrumpfte Bevölkerung. Danach Wiederaufbau und Ost-West Teilung nach dem Mauerbau 1961. In der Folge Hauptstadt und Regierungssitz der DDR und Exklave der Bundesrepublik Deutschland bis zum Mauerfall und der Wiedervereinigung 1990. Seitdem wieder eine ungeteilte Stadt und ab 1999 wieder Regierungssitz für die Bundesrepublik Deutschland.

Dieser kurze Abriss wichtiger geschichtlicher Eckpunkte gibt nur einen minimalen Hinweis auf die teilweise dramatischen Umwälzungsprozesse, denen Berlin seit 1871 ausgesetzt war. Verbunden damit ist ein bestimmter Berliner Spirit, der schon zur Zeit der goldenen Zwanziger berühmt war. Und auch während der Zeit der Teilung genoss Berlin einen legendären Sonderstatus, der auch viele Künstler und Intellektuelle aus dem Ausland anzog. Seit nunmehr einem Vierteljahrhundert erlebt Berlin nun einen Ausbau oder Umbau, dessen Ende bislang nicht abzusehen ist. Viele neu gebaute und wieder instandgesetzte Regierungsgebäude wie das Bundeskanzleramt oder der Reichstag sind seitdem entstanden. Dazu kommen viele prestigeträchtige Infrastrukturprojekte wie der 2006 eröffnete neue Berliner Hauptbahnhof, welcher seitdem größte Turmbahnhof Europas ist.

Berliner Hauptbahnhof
Berliner Hauptbahnhof

In vielen Toplisten über die hippsten Städte Europas rangiert Berlin inzwischen auf Platz 1. Dem tut auch der Skandalbehaftete Flughafen Berlin Brandenburg (BER) keinen Abbruch, der bereits 2011 eröffnet werden sollte, um den Flughafen Berlin Tegel (TXL) und den Flughafen Berlin Schönefeld (SXF) als moderner Hauptstadtflughafen abzulösen. Bis zu dessen Eröffnung müssen Reisende in die Megastadt Berlin wohl noch eine Weile mit Flugverzögerungen, Flugannulierungen und wiederkehrenden Debatten über Fluggastrechte leben. Über die beiden aktuellen Flughäfen und Fluglinien wie Lufthansa (LH), Germanwings (4U), Eurowings (EW), easyjet (U2) und viele andere ist Berlin aber bereits heute gut erreichbar.

Einwohnerzahl Berlin: 3.520.031 (31. Dezember 2015)

Bevölkerungsdichte von Berlin: 3.948 Einwohner je km²

Ausländeranteil in Berlin: 14,9 % (30. Juni 2013)

Fläche: 891,68 km²

Arbeitslosenquote: 9,6 % (Februar 2017)

Webseite für Stadtinfos: www.berlin.de

Berlins Skandalflughafen Berlin-Brandenburg

Der direkt an den aktuellen Flughafen Schönefeld angrenzende Flughafenneubau begann im September 2006 und war theoretisch 2012 fertig. Erst vier Wochen vor der Inbetriebnahme wurden schwerwiegende Probleme an der Brandschutzanlage entdeckt und die bereits geplante Eröffnung in einer dramatischen Aktion abgesagt. Restaurationsbetriebe und andere Geschäfte waren bereits voll ausgestattet und das nötige Personal eingestellt.

Fünf Jahre sind seitdem vergangen und der Flughafen ist immer noch nicht eröffnet. Wann man schließlich vom Flughafen Berlin Brandenburg (BER) abheben können wird steht immer noch in den Sternen. Ganze vier Geschäftsführer, allesamt erfahrene Manager, wurden seitdem verschlissen: Rainer Schwarz, Hartmut Mehdorn, Karsten Mühlenfeld und Engelbert Lütke Daldrup.

Doch was sind die Probleme, aufgrund derer der Flughafen immer noch nicht seinen Planbetrieb aufnehmen hat können? Nach fünf Jahren Anpassungs- und Verbesserungsarbeiten mag man den Medienberichten kaum glauben. Demnach funktionieren die bereits 2012 monierten Brandschutzanlagen immer noch nicht. Weder die benötigten Brandschutztüren, noch die Sprinkleranlage konnten bislang von den zuständigen Auftragnehmern fertiggestellt werden, und wann dies geschieht ist weiterhin unklar. Mit immerhin 1400 Automatiktüren ist dies sicher ein großes Projekt, doch ist Berlin ja weder der erste und bei weitem nicht der größte Flughafen, der bislang in Deutschland gebaut wurde. Die Türen existieren zwar, können aber bei einer Fehlerquote von 80 Prozent nicht zuverlässig gesteuert werden. Darüber hinaus ist die von Anfang an zu klein dimensionierte Sprinkleranlage immer noch nicht abschließend nachgerüstet.

Berlin-Brandenburg
Berlin-Brandenburg

Auswirkungen auf die Flughäfen Berlin Tegel und Berlin Schönefeld

Der Flughafen Tegel (TXL) sollte eigentlich im Juni 2012 geschlossen werden, ist aber aufgrund der verschobenen Eröffnung des neuen Hauptstadtflughafens Berlin-Brandenburg immer noch in Betrieb. Ironischerweise brummt das Geschäft am Flughafen Tegel wie nie zuvor. Die Passagierzahlen sind von rund 18 Millionen in 2012 auf inzwischen über 21 Millionen angestiegen, und auch die Luftfracht konnte kräftig zulegen.

Beim Flughafen Schönefeld (SXF), der ebenfalls zugunsten des angrenzenden Flughafenneubaus geschlossen werden soll, ist der Anstieg an abgefertigten Flügen und Passagieren sogar noch höher. Kamen im Jahr 2012 noch rund sieben Millionen Fluggäste durch den ehemaligen DDR-Flughafen, waren es 2016 mit 11,6 Millionen über 40 Prozent mehr.

Von diesen Erfolgszahlen hat die Betreiberfirma beider Flughäfen jedoch kaum etwas, ist sie doch auch der Träger des kommenden Flughafens Berlin Brandenburg. Jedes Jahr fährt die Flughafen Berlin Brandenburg GmbH ein stattliches Minus ein, für welches am Ende der Steuerzahler aufkommen muss. Sie gehört zu jeweils 37 Prozent den Ländern Berlin und Brandenburg, den restlichen Anteil hält die Bundesrepublik Deutschland. Im Skandaljahr betrug der Verlust, 185 Millionen Euro, gefolgt von 182 Millionen in 2013, 171 Millionen in 2014 und 138 Millionen in 2015. Für 2016 stehen die Zahlen noch aus. Ein inoffizieller Kostenzähler geht von bislang über fünf Milliarden Euro aus, die durch das Missmanagement in Berlin vernichtet wurden.

Dem Ruf von Berlin als Trend-Hauptstadt Europas tut dies aber keinen Abbruch. In vielen Jahren wird man auf diese Schildbürgerepisode aus schlechter Planung und Missmanagement zurückblicken und sich auch am dann irgendwann eröffneten Flughafen erfreuen können.

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