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DEUTSCHLANDS MITTLERE UND KLEINE FLUGHÄFEN

DEUTSCHLANDS MITTLERE UND KLEINE FLUGHÄFEN

Flughäfen mit einem Passagieraufkommen von 5-12 Millionen pro Jahr

Deutschlands fünf größte Flughäfen sind relativ gleichmäßig über das Land verteilt und fertigen pro Jahr mehr als 150 Millionen Reisende ab (Frankfurt, München, Düsseldorf, Berlin-Tegel, Hamburg). Als dicht besiedeltes und föderal organisiertes Land, hat Deutschland darüber hinaus auch viele mittlere und kleinere Flughäfen mit teilweise wichtiger regionaler Bedeutung. Dazu gehören vor allem die Flughäfen im mittleren Bereich von fünf bis zwölf Millionen Passagieren: Flughafen Köln/ Bonn (CGN), Flughafen Berlin-Schönefeld (SXF), Flughafen Stuttgart (SCN) und der Flughafen Hannover-Langenhagen (HAJ).

Eine besondere Rolle in dieser Kategorie spielt der Flughafen Berlin-Schönefeld (SXF). Als ehemaliger Haupstadtflughafen der DDR, blickt Berlin-Schönefeld auf eine bewegte Geschichte zurück. Mit jährlich fast zwölf Millionen Passagieren ist er zwar deutlich kleiner als der West-Flughafen in Berlin-Tegel. In naher Zukunft wird der südlich angrenzend liegende, künftige Haupstadtflughafen Berlin-Brandenburg aber dem Areal eine ganz neue Bedeutung geben. Wenn der immer noch im Bau befindliche Skandalflughafen endlich einmal seinen Betrieb aufnimmt, wird dieser mit einer Kapazität von 40 Millionen Passagieren den Flughafen Düsseldorf als viertgrößten Flughafen verdrängen.

Ebenfalls ein ehemaliger Hauptstadtflughafen ist der Flughafen Köln/Bonn (CGN). Trotz seiner Nähe zum Drehkreuz Düsseldorf kommt er mit einem jährlichen Passagieraufkommen von ca. 12 Millionen auf knapp die Hälfte an Passagieren und liegt in Deutschland damit auf Platz 6. Seine Bedeutung verdankt er vor allem der Nähe zur Metropolregion Köln / Leverkusen / Bergisch-Gladbach im Norden und zu Bonn im Süden. Von Reisenden aus dem Ruhrgebiet wird er zwar eher selten genutzt. Diese ziehen ihm meist den gut angebundenen Flughafen Düsseldorf vor. Dafür dient er aber weiter als Regierungsflughafen und als Luftwaffenstützpunkt. Dieser hat im westlichen Teil des Areals seine eigene kleiner Startbahn und in der angeschlossenen Luftwaffenkaserne werden vom Bund mehr als 6000 Personen beschäftigt.

Flughäfen
Flughäfen

Den Flughäfen in Stuttgart und Hannover kommt ebenfalls eine wichtige regionale Bedeutung zu. Stuttgart versorgt quasi den ganzen Südwesten bis zu den Landesgrenzen. Und Hannover deckt ein wichtiges Gebiet in Deutschlands mittlerem Norden ab, das zwischen dem Ruhrgebiet, Bremen und Hamburg, Berlin und Frankfurt liegt.

Flughafen Köln/ Bonn (CGN) - Passagiere 2016: 11.900.000

Flughafen Berlin-Schönefeld (SXF) - Passagiere 2016: 11.652.922

Flughafen Stuttgart (SCN) - Passagiere 2016: 10.640.610

Flughafen Hannover-Langenhagen (HAJ) - Passagiere 2016: 5.408.814

Flughafen Nürnberg (BRE) - Passagiere 2016: 3.484.622

Flughafen Bremen (BRE) - Passagiere 2016: 2.573.501

Flughafen Frankfurt Hahn (HHN) - Passagiere 2016: 2.513.107

Flughafen Leipzig / Halle (LEJ) - Passagiere 2016: 2.192.145

Flughafen Dortmund (DTM) - Passagiere 2016: 1.918.843

Flughafen Niederrhein (NRN) - Passagiere 2016: 1.854.108

Flughafen Dresden (DRS) - Passagiere 2016: 1.667.880

Flughäfen mit 1-5 Millionen Passagieren pro Jahr

In der Kategorie unter fünf Millionen Passagieren pro Jahr gibt es darüber hinaus eine stattliche Anzahl wichtiger Regionalflughäfen wie den Flughafen Nürnberg (BRE), Flughafen Bremen (BRE), Flughafen Frankfurt Hahn (HHN), Flughafen Leipzig / Halle (LEJ), Flughafen Dortmund (DTM), Flughafen Niederrhein (NRN) und den Flughafen Dresden (DRS).

Die genannten Flughäfen liegen meist an wichtigen Großstädten und Ballungszentren mit vielen Bewohnern. Eines ihrer Probleme, ist oft ihre geografische Lage und das dadurch bedingte kleinere Einzugsgebiet. Der Flughafen Bremen konkurriert etwa mit dem deutlich größeren Flughafen in Hamburg, Frankfurt/Hahn liegt in Nähe zu Deutschlands größtem Flughafen Frankfurt und Dortmund konkurriert mit Düsseldorf um Reisende aus dem Ruhrgebiet.

Der Flughafen Nürnberg liegt zwar an einem geschichtsträchtigen Großraum in Bayerns Norden aus den Städten Nürnberg, Fürth und Erlangen. Wer aber mehr als eine Stunde im Süden oder Norden entfernt wohnt, orientiert sich meist an den leichter erreichbaren Flughäfen München und Frankfurt, welche immerhin die zwei größten in Deutschland sind. Preislich und was die Auswahl an Verbindungen betrifft kann Nürnberg hier logischerweise nicht konkurrieren.

Dies hat über die Jahrzehnte zu einem chronischen Defizit des Flughafen Nürnbergs geführt. Nach jahrelangen Verlusten konnte Nürnberg zwar 2015 einen minimalen Gewinn von 51 000 Euro erwirtschaften. Ob dies eine langfristige Trendwende darstellt, kann allerdings bezweifelt werden. Zu gut läuft derzeit die deutsche Wirtschaft, was sich auch auf die Passagierzahlen auswirkt. Kommt es zu einem Konjunktureinbruch, könnte es mit den Einnahmen in Nürnberg auch wieder bergab gehen.

Flughäfen
Flughäfen

Bei den Flughäfen Leipzig/Halle und Dresden ist die Lage etwas anders. Sie versorgen das mittelstark besiedelte Gebiet in Deutschlands südlichem Osten und haben aufgrund ihrer geografischen Lage keine leicht erreichbaren Konkurrenten außer eben den jeweils anderen Flughafen. Dresden zieht hier dabei verständlicherweise den Kürzeren, auch wenn die Wirtschaft rund um Sachsens Hauptstadt relativ gut floriert. Sowohl im Osten von Dresden als auch im Süden ist es nicht mehr weit zur Landesgrenze.

Flughäfen unter einer Million Passagiere pro Jahr

Bei den deutschen Flughäfen dieser Größenordnung handelt es sich um wirkliche Regional- bzw. städtische Flughäfen. Der Flughafen Memmingen (EDJA) ist hier mit knapp einer Million Passagieren noch der größte, gefolgt vom Flughafen Münster/Osnabrück (EDGG) mit rund 800.000.

Memmingen liegt in Alpennähe und etwa gleichweit entfernt von Stuttgart und München. Der Flughafen dort verdankt seine Existenz im Prinzip noch der deutschen Wehrmacht im Dritten Reich, die dort im Zuge der Aufrüstung einen Fliegerhorst errichtete. Nach dem Krieg wurde Memmingen weiter als militärischer Standort genutzt und erst 2004 in einen zivilen Flughafen umgewandelt.

Der Einzugsbereich des Flughafens Münster / Osnabrück umfasst neben dem Münsterland das Tecklenburger Land, das nördliche Ruhrgebiet, das südwestliche Niedersachsen bis zum mittleren Emsland sowie Teile der Niederlande. Dort leben zwar über sechs Millionen Menschen, doch hat der Betreiber mit der Konkurrenz von Dortmund und einem anderen Kleinflughafen in Paderborn zu kämpfen. Die Fluggastzahlen haben sich seit 2000 von 1,8 Millionen auf inzwischen weniger als die Hälfte reduziert.

Beim Flughafen Paderborn/Lippstadt (PAD) ist die Entwicklung aber nicht viel besser. Seit 2005 haben sich dort die Passagierzahlen von 1,3 Millionen auf nur noch knapp 700.000 in 2016 verringert, trotz der starken wirtschaftlichen Entwicklung in den vergangenen Jahren. Auch Paderborn/Lippstadt konkurriert mit dem Flughafen Dortmund und zusätzlich noch mit den ebenfalls noch relativ gut erreichbaren Flughäfen Düsseldorf und Köln/Bonn.

Weitere kleinere Flughäfen mit teilweise wichtiger regionaler Bedeutung sind: Flughafen Friedrichshafen (FDH) mit  – 521.245 Passagieren in 2016 und der Flughafen Saarbrücken (SCN) mit Passagiere 400.903 in 2016.

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