Die Balearen Inseln: mehr als Ballermann und Party

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THE BALEARIC ISLANDS: EACH BALEARIC ISLAND A TOURISTIC HOTSPOT IN THE MEDITERRANEAN

Mallorca, eine der Balearen Inseln – beliebtes reiseziel für Deutsche und Engländer

Die Balearen Inseln sind bei deutschen Urlaubern schon lange beliebt. Schon seit den 1960er Jahren entfliehen Deutsche, neben Engländern die größte Besuchergruppe, dem schlechten Wetter zuhause und tanken im warmen Mittelmeerklima Sonne auf. Der für damalige Verhältnisse imposante Flughafen Palma de Mallorca (PMI) wurde 1960 eröffnet und legte damit den Grundstein für die rasante Entwicklung der Besucherzahlen. Das Besuchsaufkommen ist seit damals von rund 360.000 Gästen auf inzwischen über zehn Millionen pro Jahr explodiert.

Vor dem Aufkommen von Billig-Airlines galt Mallorca als mit Charterflügen und Pauschalreisen besonders günstig erreichbares Urlaubsziel und wurde in den 1980er Jahren quasi zum Symbol für deutschen Massentourismus. Das Wort Ballermann steht als Synonym für einen damit verbundenen Party-Tourismus exzessiver Art, über den inzwischen ja sogar eine Reihe von Spielfilmen gibt.

Mit dem Einzug billiger Flugverbindungen kommt man inzwischen aber ebenso günstig in viele andere Städte und Urlaubsgebiete Europas, was der Popularität Mallorcas unter deutschen Reisenden allerdings keinen Abbruch tut. Vor Ort hat sich inzwischen eine auf deutsche und englische Gäste angepasste Infrastruktur herausgebildet. Diese umsorgt nicht nur die Touristenschaaren in ihrer Landessprache, sondern auch viele Emigranten wie etwa Senioren, die sich dort auf Dauer niedergelassen haben. Dazu gehören deutsche lokale Zeitungen, Radiosender, Supermärkte und vieles mehr.

Der Flughafen Palma de Mallorca wird von zahlreichen Budget-Airlines angeflogen wie etwa Ryanair (FR), Vueling (VY), easyJet (U2), Niki (HG), Eurowings (EW), TUIfly (X3) und vielen anderen. Für Deutschlands zweitgrößte Fluggesellschaft Air Berlin (AB) ist Palma de Mallorca darüber hinaus ein wichtiges Drehkreuz für Umsteigeverbindungen aus anderen Urlaubsregionen im Süden – vor allem in Spanien.

✈ Mallorca – Hauptstadt: Palma; Fläche: 3.603,7155 km²; Bevölkerungsdichte: 243,1 Einwohner / km²

✈ Ibiza – Haupstadt: Ibiza Stadt; Fläche: 571,7641 km²; Bevölkerungsdichte: 235,2 Einwohner / km²

✈ Menorca – Hauptstadt: Maó; Fläche: 694,72 km²; Bevölkerungsdichte: 136,6 Einwohner/km²

✈ Formentera – Hauptstadt: Sant Francesc de Formentera; Fläche: 82,49 km²; Bevölkerungsdichte: 146,98 Einwohner/km²

Ibiza: Partyspot der Balearen Inseln vor dem Kollaps

Ibiza ist deutlich kleiner als Mallorca und als beliebte Partyinsel mit exzessivem Nachtleben Fun-Tourismus bekannt. Mit verantwortlich dafür ist die internationale Club-Szene, welche Ibiza seit den 1990er Jahren mit renommierten DJs weit über die Grenzen Europas bekannt machte. Der Club Privilege in Sant Rafael ist mit einem Fassungsvermögen von rund 14.000 Menschen gar die größte Diskothek der Welt.

Zwar hat Ibiza noch viel mehr zu bieten und ist ein wirkliches Naturparadies mit Naturparks, Hippiemärkten, schönen Wäldern, Felsküsten und Höhlen. Die Mehrzahl der Besucher sucht auf der schönen Insel aber eher das heftige Vergnügen. Wie der Leiter der örtlichen Tourismusbehörde, Vicente Torres, in einem eingestand, kann die Insel mit dem stetigen Wachstum inzwischen nicht mehr Schritt halten und leidet unter drastischen Problemen. Die Wasserversorgung auf der Insel wird mittlerweile knapp, es gibt ein Müllproblem und die gesamte Infrastruktur Ibizas mit Straßen, Nahverkehr, ärztlicher Versorgung und Abwasser droht unter dem Massentourismus zusammenzubrechen.

Wie es auf der Insel weitergeht, ist bislang unklar. Vielleicht hat der Party-Tourismus aber bereits seinen Zenit überschritten und die vergnügungssüchtige Herde zieht weiter. Der ZRCE Beach , ein Partystrand mit vielen Clubs in Kroatien wird etwa mittlerweile als „kroatisches Ibiza“ gehandelt.

Wer auf den Balearen gemütlich Urlaub machen will, dem sei Menorca wärmstens empfohlen. Gegenüber Mallorca und Ibiza gilt die Insel vielen noch als große Unbekannte und wird völlig zu Unrecht als reines Renterparadies eingestuft.

Menorca und Formentera – Gemütlichkeit und Natur

Menorca ist die nördlichste und auch östlichste der Balearen-Inseln, etwa 50 Kilometer lang und 16 Kilometer breit. Wie auch die anderen Balearen Inseln steht hier der Tourismus im Zentrum. Daneben spielen aber auch Rinderzucht, Käseproduktion und der Anbau von Obst und Gemüse eine gewisse Rolle. Und auch für schöne Schuhe – wie etwa die berühmten Avarcas und Schmuck – ist Menorca bekannt.

Wer auf der Insel anreist dem wird schnell auffallen, dass hier die Unterkünfte größer und einladender sind als etwa auf Mallorca und Ibiza. Menorca ist eben eine beschaulichere Insel, die nicht im gleichen Maße von Touristen überrannt wird. Auch die Ernennung zum UNESCO-Biosphärenreservat 1993 hat die Insel vor Schlimmerem bewahrt. Mehrere Küstenabschnitte dürfen nicht bebaut werden und der lokale Tourismus hat sich auf Sport und Naturangebote ausgerichtet. Und was das betrifft, hat Menorca so einiges zu bieten.

Eindrucksvoll sind etwa die Dünensysteme Menorcas – Cala Pilar, Es Grau, Pregonda, Son Saura, Tirant, La Vall und Cavalleria liegen an der Nordküste, Son Bou im Süden. Es gibt aber auch einige kleinere Dünen sowie Steilküsten, z.B. in der Nähe von Sa Punta Rotja und Ets Alocs.

Familienfreundliche Badebuchten wie die Cala Galdana oder die Cala n´Bosch findet man auf Menorca ebenfalls zuhauf und Surfer und Wakeboarder finden an der Bahia de Fornells ideale Bedingungen. Tauchen kann man auf Menorca ebenfalls sehr gut.

Als schönste der Balearen Inseln gilt aber bei vielen Formentera. Die kleinste Insel unter den Balearen wurde in den 70ern besonders bei Hippies beliebt und der Massentourismus kam hier relativ spät an. Und der Hippie-Flair ist immer noch nicht ganz verschwunden, was einem entspannten Sommerurlaub durchaus entgegen kommt. Mit weißen Sandstränden, einsame Buchten, Pinienwäldern, über 100 m hohen Steilklippen, magischen Sonnenuntergängen und auch wüstenartigen Mondlandschaften hat Formentera seine ganz eigene Atmosphäre.

Auch bei der Anreise nach Formentera geht es bereits gemütlich zu. Mit gerade 18 Kilometer Länge ist die Insel zu klein für einen eigenen Flughafen und man kommt nur mit dem Schiff dorthin und als Hauptverkehrsmittel auf Formentera gilt das Fahrrad welches man als Besucher schon für fünf Euros pro Tag günstig ausleihen kann.

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