Traumhafte Städtereise: Sankt Petersburg

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St. Petersburg



Hallo, ich heiße Anastassiya. Ich bin weder Bloggerin noch eine gute Fotografin (oder wer auch immer normalerweise Blogs schreibt 😊), aber ich bin auf alle Fälle eine passionierte Reisende.

Ich wurde in Kasachstan geboren und verbrachte dort 22 wunderbare Jahre. Eines Tages werde ich mit Sicherheit einen Blog über mein Heimatland schreiben. Kasachstan ist ein riesiges Land, aber es ist sehr weit vom Rest der Welt entfernt. Es war eine große Herausforderung, von dort aus zu reisen und mehr von der Welt zu sehen. Aber ich habe alles aufgeholt, als ich 2010 nach Prag gezogen bin und angefangen habe, buchstäblich wie verrückt zu reisen. Zum Glück befindet sich Prag in der Mitte Europas und bietet eine Menge Reisemöglichkeiten für diejenigen, die es (wie ich) nicht lange am selben Ort aushalten. Eine Vielzahl von Billig- und Linienflügen und Bussen verbindet Prag mit fast allen europäischen Großstädten. So kann man nach nur 3 Stunden Fahrtzeit die Sixtinische Madonna in der Gemäldegalerie Alte Meister in Dresden bestaunen, sich nach 5 Stunden in den Thermalbädern in Budapest entspannen. Jetzt seht ihr also, warum Prag die richtige Wahl für mich war.

Während meiner vielen Reisen in den letzten 9 Jahre habe ich meine persönliche Struktur für Reisevorbereitungen erstellt. Einen Plan für den Travel Nerd sozusagen😊. Es gibt mehrere Punkte und Regeln, auf die ich mich immer beziehe, wenn ich meine nächste Reise plane.


1. Reise -
Wenn ich fliege, vermeide ich möglichst Nachtaufenthalte bzw. Flüge, die mittags abfliegen. Damit verliert man in der Regel einen ganzen Tag.

2. Unterkunft – Immer in der Stadtmitte, in Fußnähe zu den Hauptzielen auf meiner Liste! Die einzige Ausnahme mache ich, wenn ich ans Meer reise - aber das ist eine andere Geschichte für einen anderen Blog-Beitrag.

3. “Das-muss-ich-sehen” Liste – Hier erfasse ich die interessantesten Sehenswürdigkeiten, Museen, interessante Orte etc.

4. “Dort-muss-ich-essen” Liste – Dies ist ein besonders wichtiger Teil meiner Reise und erfordert eine sorgfältige Recherche.

5. Unterhaltung – Ich liebe Musik und Theater! Manchmal dreht sich meine Reise um ein besonderes kulturelles Ereignis. So bin ich z. B. eigens zum Elton – John – Konzert nach Bordeaux geflogen.

6. Shopping – Das steht nur manchmal an, wenn es etwas Besonderes zum Kaufen gibt. Normalerweise verbringe ich meinen Urlaub nicht gerne in Geschäften, schon gar nicht im Zeitalter des Online – Handels.


    Da ihr jetzt einen Überblick über meine Reisevorbereitungen habt, möchte ich nun meine Eindrücke von meinem unvergesslichen Kurztrip nach St. Petersburg, der kulturellen Hauptstadt Russlands, mit euch teilen.


    Es gibt nicht viele Möglichkeiten, um von Prag nach St. Petersburg zu gelangen. Am besten ist es, wenn man fliegt. Ich habe einen direkten Flug (2 ½ Stunden) mit SmartWings gebucht, Hin- und Rückflug kosteten mich rund 200 EUR. Es gibt zwei weitere direkte Flüge ab Prag, die von der russischen Fluggesellschaft Aeroflot oder von Czech Airlines (CSA) durchgeführt werden.

    Ich habe ein Zimmer in einem kleinen Boutique – Hotel mit dem witzigen Namen Akhilles I Cherepakha (“Achilles und Schildkröte”) gebucht. Das Hotel war sehr sauber, die Inneneinrichtung gemütlich und das Frühstück lecker - all das in Fußnähe zu fast allen der beliebten Sehenswürdigkeiten der Stadt.

    Zimmer in Akhilles I Cherepakha Hotel; 1. Tag in My Maps


    Jetzt kommt der interessanteste Teil - meine "Das-muss-ich-sehen" Liste. In St. Petersburg kann das eine endlose Angelegenheit sein, aber ich hatte nur 3 Tage, die ich im Entspannungsmodus verbringen wollte. Ach ja, ich hatte noch vergessen zu erwähnen, dass ihr euren Trip nach St. Petersburg möglichst in der warmen Jahreszeit unternehmen solltet, um etwas Sonne abzubekommen. Ich hatte Glück mit dem Wetter und entschied mich deshalb, mich mehr auf Sehenswürdigkeiten zu konzentrieren, die man im Freien bestaunen kann, und setzte nur ein Museum auf meine Liste - das Russische Museum. Im Übrigen habe ich alle Orte aufgelistet, die ich sehen wollte, und diese dann in Google Maps eingegeben. In My Maps, einem meiner Lieblingstools in Google, habe ich dann für jeden einzelnen Tag in St. Petersburg eine individuelle Karte mit einer logischen Reihenfolge der zu besichtigenden Punkte erstellt. Nachdem ich mit meinem „Muss-ich-sehen“ Plan fertig war, fügte ich den Karten noch die kulinarischen Punkte hinzu, die meinen „Muss-ich-essen“ Plan abdeckten. Ich hatte einige Empfehlungen von Freunden erhalten und surfte im Internet nach interessanten Restaurants mit guten Bewertungen. Dabei konzentrierte ich mich auf Lokale, die Frühstück und Abendessen anboten (normalerweise lasse ich das Mittagessen aus) und kleine gemütliche Bars. Aus den Empfehlungen wählte ich diejenigen aus, die in meine täglichen Pläne passten, und markierte sie auf den Karten (in My Maps kann man Pins setzen). Als Letztes wählte ich die Veranstaltungen aus, die während meines Aufenhalts in St. Petersburg stattfanden und mich am meisten interessierten. Du kannst meine Karten für zwei Tage in St. Petersburg gerne benutzen, sie sind unter 1. Tag und 2. Tag der Öffentlichkeit zugänglich.

    Sehen wir uns also an, was ich schließlich alles gemacht habe 😊. Im Folgenden findest Du meine Agenda für 3 Tage in St. Petersburg einschließlich meines Feedbacks nach dem Besuch.


    1. TAG

    Ich kam am Freitag mit einer 2-stündigen Verspätung an, also beschlossen wir, uns ein entspanntes Abendessen zu gönnen und früh ins Bett zu gehen.

    Unsere Wahl fiel auf die künstliche Insel New Holland. Ursprünglich wurde sie zu Zeiten von Peter dem Großen als Zentrum für Schiffbau errichtet. Im Jahr 2016 wurden die Gebäude nach umfangreichen Renovierungsarbeiten teilweise der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Nun ist es ein etwas hipsterig angehauchtes, trendiges Areal mit Restaurants, Cafés und einem bunten Kulturprogramm. Man kann es sich aber auch in einem Liegestuhl im Park bequem machen und einfach nur Chillen.


    2. TAG

    Ich startete im Bistro Banshiki (das im gleichen Gebäude wie ein öffentliches Dampfbad untergebracht ist) mit meinem Lieblingsfrühstück in den Tag: Syrniki, kleine Pfannkuchen die etwa mit deutschen Quarkkäulchen vergleichbar sind. Sie waren ganz gut, aber nichts Besonderes. Nach dem Frühstück spazierten wir Newski-Prospect, die Hauptstraße des historischen Zentrums, entlang. Unterwegs gab es einige Gebäude, die unsere Aufmerksamkeit verdienten. Das erste davon war der Feinkostladen Jelissejew, der in einem grandiosen Jugendstilgebäude beheimatet ist (den Begriff „grandios“ verwende ich übrigens oft, wenn ich von der Architektur in St. Petersburg spreche).

    Tee in Banshiky; Inneneinrichtung vom Feinkostladen Jelissejew


    Das nächste interessante Gebäude auf Newski-Prospekt ist das Singer-Haus, auch bekannt als das Haus des Buches, ein weiteres Meisterwerk des Jugendstils. Es steht an der Kreuzung zwischen Newski-Prospekt und dem Gribojedow-Kanal. Von dort aus sieht man auf der einen Seite die Kasaner Kathedrale und auf der anderen Seite die Auferstehungskirche. Ich empfehle unbedingt, beide zu besuchen – die Auferstehungskirche ist von innen wunderschön und sehr friedlich, und die Kasaner Kathedrale ist eine der wichtigsten religiösen Ikonen in Russland.

    Griboyedow-Kanal; Auferstehungskirche; Singer-Haus


    Unser nächstes Ziel war die Michaelsburg, eine ehemalige königliche Residenz, in der sich heute das Russische Museum befindet. Es war das einzige Museum, das ich dieses Mal besuchen wollte. Es beherbergt viele Meisterwerke der russischen Malerei, die von berühmten russischen Malern wie Aiwasowski, Repin, Vrubel sowie meinen Lieblingsimpressionisten Konstantin Korovin und Igor Grabar geschaffen wurden.

    Danach folgte eine Pause zum Mittagessen im DUO Asia. Ich bin ein großer Fan von asiatischem Essen, und dieser Ort hat mein Herz (und meinen Magen) im Sturm erobert! Ein sehr stilvolles Bistro mit einer kleinen Auswahl an wirklich köstlichen modernen asiatischen Gerichten, ein Muss!

    Ursprünglich stand DUO Asia nicht auf meinem Plan, aber nach unzähligen Empfehlungen hatte ich mich entschlossen, ihn ein wenig anzupassen und das Restaurant zu besuchen. Wir nahmen ein Taxi vom Stadtzentrum zum Hotel, um vor unserem abendlichen Theaterbesuch noch eine Weile zu entspannen. Es gibt täglich Vorstellungen in den Theatern von St Petersburg, sodass einem die Wahl wirklich schwerfällt. Wir entschieden uns schließlich für das Tovstonogov Bolshoi Drama Theater, weil an diesem Tag eine Aufführung stattfand, die der Haupttheaterdirektor selbst gestaltet hatte: "Governor" von Andrei Mighty. Das Stück war beeindruckend, aber auch sehr dramatisch - zum Glück half ein Glas Champagner, meine Stimmung an diesem Abend zu retten.

    Es war ein langer Tag voller Emotionen. Wir beendeten ihn mit einem köstlichen Abendessen im Restaurant Harvest, das sich durch minimalistisches Innendesign, Null-Abfall-Konzept und hervorragendes Essen auszeichnet, das nur mit regionalen Zutaten zubereitet wird. Alles war perfekt und ich werde das Restaurant gerne wieder aufsuchen, wenn ich nächstes Mal in St. Petersburg bin.


    3. TAG

    Heute gab es Frühstück im Jungle Café (Website nur auf Russisch verfügbar). Leider wieder nichts Besonderes, und außerdem war die Bedienung sehr langsam. Während dieses Aufenthalts hatte ich wirklich kein Glück mit dem Frühstück!

    Wir nahmen noch einen Coffee to go mit, um keine Zeit zu verlieren und die Sonne nicht zu verpassen, und brachen zur Isaakskathedrale auf. Wir stiegen zur Kuppel hinauf, um einen 180-Grad-Blick auf die Stadt zu genießen, und es war unglaublich. Nach einem 15-minütigen Spaziergang von der Kathedrale fanden wir uns am Palastplatz wieder - dem zentralen Stadtplatz, auf dem viele bedeutende Ereignisse in der Geschichte Russlands stattgefunden haben. Es ist auf einer Seite vom Winterpalast umgeben, einem wunderschönen Barockgebäude und der ehemaligen Residenz der russischen Kaiser, in der sich heute die Eremitage befindet.

    Eremitage; Kunstkamera


    Später überquerten wir die Schlossbrücke, die zur Nehrung der Wassiljewski-Insel führt, um die Kunstkammer, die Alte Börsenbrücke, die beiden Rostrasäulen- sehr beliebte Wahrzeichen von St Petersburg - und die Peter-und-Paul-Festung zu besichtigen. Das letzte Ziel an diesem Tag war die Peter-Paul-Kathedrale, in der die sterblichen Überreste der russischen KaiserInnen vom Peter dem Großen bis zur Familie Romanov ruhen. Gleich gegenüber liegt der Münzhof (einer der größten der Welt), wo bis heute noch Münzen geprägt werden.


    Und das war‘s auch schon. Später am Abend flog ich zurück in die Realität.

    Es war ein großartiger Wochenendausflug in eine der schönsten Kulturstädte mit einem ganz besonderen Zauber. Ich würde gerne wiederkommen, denn es gibt hier noch viele interessante Orte zu sehen.

    Bleib dran!

    Eine der beiden Rostrasäulen


    Hauptfoto: Adobe Stock

    Alle Bilder mit freundlicher Genehmigung von Anastassiya Yershova (soweit nicht anders angegeben)

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