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Flug verspätet? Entschädigung jetzt einfordern!

Passagieren mit einer Verspätung über 3 Stunden am Ankunftsort steht in den meisten Fällen eine Entschädigungszahlung in Höhe von bis zu 600 EUR zu. In manchen Fällen (z.B. bei Unwetter, Streiks, etc.) besitzt der Anspruch allerdings keine Gültigkeit. Wir helfen den Passagieren ihre Flugrechte durchzusetzen.

Flug verspätet? Anschlussflug verpasst? Entschädigung oder nicht?

Wenn ein Flug zu spät startet, kann das für die Betroffenen einiges an Stress und Frust bedeuten. Ganz abgesehen von dem Faktor, dass sich eine oft anstrengende Reise dadurch ungeplant in die Länge zieht, und man dann ungeplant mehr Zeit am Flughafen verbringen muss, können sich daraus auch handfeste Probleme ergeben. Geschäftsreisende verpassen am Zielort möglicherweise einen wichtigen Termin. Und wenn es sich beim verspäteten Flug um einen kurzen Zubringerflug für eine Langstreckenverbindung handelt, und man diese verpasst, ist der Ärger meist richtig groß.

In manchen Fällen steht am gleichen Tag oder sogar am Folgetag keine Ersatzverbindung zur Verfügung, sei es dass die Linie nicht täglich beflogen wird, oder weil alle Plätze bereits ausgebucht sind. Dann hilft nur Geduld weiter.

Flug verspätet
Flug verspätet

Was die rechtlichen Ansprüche betrifft, kennen sich leider viele Passagiere nicht so gut aus. Ist die Fluggesellschaft qualitäts – und serviceorientiert, macht das meist nichts. Freundliche Flugbegleiter oder Flughafenangestellte informieren einen dann meist proaktiv. Bei Billigfliegern passiert aber leider allzu oft genau das Gegenteil. Statt persönlicher Betreuung wird man auf automatische Anzeigetafeln verwiesen und an Stelle von Kulanz kommt es manchmal sogar zu gezielter Irreführung und die Verwehrung von Rechtsansprüchen.

Wer sich in Sachen Flugverspätung gut auskennt, ist deshalb klar im Vorteil. Im Fall der Fälle kann man dann auch einen kühlen Kopf bewahren wenn es hektisch wird, und gezielt die richtigen Schritte unternehmen. Wir haben für Euch alle wichtigen Informationen zusammengetragen, damit Ihr im Fall der Fälle vorbereitet seid.

Hat mein Flug Verspätung oder nicht?

Es mag vielleicht komisch klingen, aber die Definition einer Flugverspätung war bis noch vor kurzem ziemlich strittig. Zwar regelt die EU-Verordnung für Fluggastrechte, welche Rechte und Pflichten für Reisende und Airlines bei Flugverspätungen gelten. Trotzdem war es jahrelang durch eine fehlende Definition für den Begriff Flugverspätung immer wieder zu Gerichtsverfahren gekommen.

Eine Verspätung ist zwar allgemein durch eine später als geplante Ankunftszeit definiert. Doch was genau ist als Ankunftszeit zu verstehen? Ist es das Berühren der Landebahn, das finale Erreichen der Parkposition, das Öffnen der Türen oder gar erst das Erreichen des Flughafengebäudes durch einen Shuttle-Bus zwischen Flugzeug und Terminal?

Im Extremfall können zwischen den einzelnen Zeitpunkten eine Stunde oder mehr vergehen. Addiert sich dazu noch ein verspätetes Eintreffen am Flughafen, kann es schnell um konkrete Rechtsansprüche gehen. Der Europäische Gerichtshof hat dies in einem Musterverfahren zwischen der Lufthansa-Tochter Germanwings und einem Fluggast glücklicherweise endgültig geklärt.

Flug Verspätung

Demnach gilt der Flug als angekommen, sobald mindestens eine der Türen der Maschine geöffnet wird und den Fluggästen das Verlassen des Flugzeugs ermöglicht wird. Es ist also auch eine Flugzeug-Verspätung denkbar, wenn die Maschine pünktlich am Zielort aufsetzt, aber durch andere Gründe die Passagiere vor dem Aussteigen länger in der Maschine ausharren müssen. Dies ist beispielsweise für alle Fälle relevant, bei denen es um Entschädigungszahlungen geht. Wer für einen Flug Geld zurück fordert, geht bei Flugverspätungen allerdings in der Regel leer aus.

Verspätungen aller Art sind bei jeder Fluggesellschaft an der Tagesordnung. Bei vielen tausenden Verbindungen pro Jahr kommt es selbst bei den pünktlichsten Airlines zu zahlreichen spät ankommenden Flügen. In der folgenden Tabelle haben wir euch die Pünktlichkeit der wichtigsten Airlines und die Anzahl der Flüge für Juli 2017 zusammengetragen. Unter den aufgeführten Unternehmen ist TUIfly mit einer Quote von 90 Prozent am pünktlichsten. Von den vergleichsweise wenigen 3456 Flügen kamen damit aber trotzdem noch 346 Flugzeuge zu spät an.

Statistik zu Airlines mit Flugverspätung

(Quelle: OAG und MFLYRIGHT-Analyse)
Kürzel Fluggesellschaft Flüge 07/2017 (#) Pünktlichkeit 07/2017 (%)
AB Air Berlin 12 354 54%
AF Air France 30 059 67%
AZ Alitalia 18 575 78%
OS Austrian Airlines 12 284 76%
British Airways 32 225 76%
SN Brussels Airlines 7 590 70%
DE Condor Flugdienst 4 583 81%
OK Czech Airlines 3 134 75%
U2 easyJet 50 558 64%
AY Finnair 9 224 86%
ST Germania 2 744 1%
4U Germanwings 7 538 81%
IB Iberia Airlines 18 683 82%
LS Jet2.com 8 220 86%
KL KLM Royal Dutch Airlines 22 657 84%
LO LOT Polish Airlines 9 581 63%
LH Lufthansa 45 600 73%
HG Niki 5 478 57%
FR Ryanair 68 508 80%
SK SAS 22 634 77%
LX Swiss International Air Lines 12 833 70%
TP TAP Portugal 11 713 54%
MT Thomas Cook Airlines 4 728 73%
X3 TUIfly 3 456 90%
VY Vueling Airlines 20 359 81%
W6 Wizz Air 15 602 80%

Flugverspätung: Geld zurück oder Entschädigung?

Geld zurück bei Flugverspätung gibt es in aller Regel nicht. Die EU-Fluggastrechteverordnung regelt aber in einem gestaffelten System mögliche Entschädigungszahlungen. Es gibt vier mögliche Ausgleichszahlungen bzw. Entschädigungsbeträge, die ein Passagier einfordern kann. Ob ein Passagier aber einen Anspruch auf Entschädigungsleistungen bei einer Flugverspätung entsprechend der EU-Verordnung zu Fluggastrechten hat, hängt von deren Gültigkeit für den entsprechenden Flug ab.

Die EU-Regeln gelten glücklicherweise bei allen abgehenden Flügen von EU-Flughäfen.

Ob die verantwortliche Fluggesellschaft aus einem Mitgliedsstaat der EU ist oder nicht, spielt also keine Rolle. Auch Airlines aus China oder Südamerika müssen sich also nach den EU-Gesetzen richten, wenn sie Flüge aus der EU heraus anbieten.

Bei eingehenden Flügen in die EU, finden die EU-Regelungen allerdings nur Anwendung, sofern der Flug von einer Fluggesellschaft aus der EU durchgeführt wird.

Entscheidend ist hier der Geschäftssitz der Fluggesellschaft. Bei allen Flügen innerhalb der EU gelten die Regeln aber selbstverständlich vorbehaltslos.

Bei diesen Flügen steht Dir ein Anspruch zu

EU Airline
(z.B. Lufthansa, British Airways)
Nicht EU Airline
(z.B. United Airlines, Emirates)
Reise innerhalb der EU
(München → Barcelona)
Einreise in die EU
(New York → Düsseldorf)
Ausreise aus der EU
(Hamburg → Moskau)

Wenn der Anschlussflug verpasst wird

Verpasst der Reisende aufgrund einer Verspätung einer Zubringerverbindung seinen Anschlussflug, kann ebenfalls ein Anspruch auf eine Entschädigung bestehen, sofern er mit einer Ersatzverbindung sein Endziel mit mehr als drei Stunden Verspätung erreicht. Voraussetzung dafür ist allerdings, dass beide Flüge zusammen als eine Reise gebucht wurden.

Die Fluggesellschaft kann einen aber in einem solchen Fall nicht zum Antreten einer späteren Ersatzverbindung zwingen. Schließlich ist es gut denkbar, dass man durch Verpassen eines wichtigen Termins oder aus anderen Gründen kein Interesse mehr an einem späteren Flug hat. In Einzelfällen kann es ja sogar mehrere Tage dauern, bis ein solcher zur Verfügung steht. Vielleicht gibt es ja auch alternative Beförderungsmittel wie Zug oder Bus, die einen dann schneller ans Ziel bringen. Die Fluggesellschaft muss einem deshalb die Wahl lassen zwischen:

Erstattung des Flugpreises und frühestmöglichem Rückflug zum Abflug-Flughafen.

Der frühestmögliche anderweitigen Beförderung zu Ihrem Endziel (späterer Anschlussflug).

Einer Umbuchung auf einen späteren Zeitpunkt freier Wahl unter vergleichbaren Beförderungsbedingungen je nach Sitzplatzverfügbarkeit.

Ausgleichszahlungen nach der EU-Fluggastrechteverordnung

Generell kann man ab einer Verspätung von drei Stunden von den Fluggesellschaften Geld in Form einer Ausgleichszahlung bekommen, wenn keine außergewöhnlichen Umstände für die Verzögerung vorliegen. Die EU-Verordnung für Fluggastrechte schreibt drei verschiedene Entschädigungsbeträge in Abhängigkeit der Flugdistanz vor.

Bei Flugstrecken bis 1 500 Kilometern können die Passagiere bei einer Verspätung 250 EUR Schadensersatz fordern.

Handelt es sich um einen Flug innerhalb der EU von mehr als 1 500 Kilometern, müssen die Airlines bei einer entsprechend langen Verspätung 400 EUR zahlen.

Das Gleiche gilt, wenn der verspätete Flug von einem Flughafen eines Nicht-EU-Staates ausgeht oder dort landet und die Entfernung zwischen 1 500 Kilometern und 3 500 Kilometern beträgt.

Bei Strecken über 3 500 Kilometer in Nicht-EU-Länder kann man bei einer Verspätung sogar 600 EUR von der verantwortlichen Fluggesellschaft einfordern, wenn der Flieger mit 4 Stunden Verspätung am Endziel landet.

Bei Flugverspätungen zwischen 3 und 4 Stunden auf Strecken über 3 500 Kilometer in Nicht-EU-Länder wird immerhin eine Entschädigungszahlung von 300 EUR fällig.

Zustehende Entschädigungszahlungen nach Flugentfernung:

Zusätzlicher Anspruch auf Betreuung und Verpflegung

Ob bei einem verspäteten Abflug eines einzelnen Flugs, oder bei einer erzwungenen Wartezeit auf einen Ersatzflug bei einer verpassten Anschluss-Verbindung, die Airline muss einen zusätzlich betreuen und verpflegen. Hierfür gelten je nach Verbindung wieder unterschiedliche Fristen:

Bei Flugstrecken bis 1 500 Kilometer beginnt die Verpflegungspflicht bei einer Verspätung ab zwei Stunden.

Bei Flügen innerhalb der EU über 1 500 Kilometer oder einem Flug aus EU heraus mit 1 500 bis 3 500 Kilometern Strecke muss die Airline nach drei Stunden für Verpflegung sorgen.

Geht die Flugstrecke von mehr als 3 500 Kilometern über die EU-Grenze hinaus, entsteht der Anspruch auf Betreuung und Verpflegung bei Verspätungen über vier Stunden.

Zu den vorgeschriebenen Verpflegungsleistungen gehören kostenlose Mahlzeiten und Erfrischungen in einem angemessenen Verhältnis zur Wartezeit.

Der Gesetzgeber legt hier keine genauen Details fest, aber bei einer Wartezeit von einem halben Tag gilt allgemein eine warme Mahlzeit als angemessen. Meist verteilen die Airlines dafür Gutscheine, mit denen man sich selbst an bestimmten Kiosken und Restaurants im Flughafen versorgen kann.

Verschiebt sich der geplante Abflug auf den nächsten Tag, hat man als Betroffener darüber hinaus sogar Anspruch auf ein kostenloses Hotelzimmer und den entgeltfreien Transfer zum und vom Hotel.

Übersicht zu Deinen zusätzlichen Entschädigungsleistungen bei Flugverspätung:

Telekommunikation: 2 kostenlose Telefonate, Faxe oder Emails

Mahlzeiten und Erfrischungsgetränke

Hotelübenachtung

Transport

Keine Entschädigung bei außergewöhnlichen Umständen

Wie bei der Ankunftszeit gibt es bezüglich der in der EU-Fluggastrechteverordnung einen weiteren Begriff mit jeder Menge Auslegungsspielraum. Dabei handelt es sich um die so genannten außergewöhnlichen Umstände. Außergewöhnliche Zustände sind allgemein solche, die es der Fluggesellschaft trotz gewissenhaftem Management und unverschuldet unmöglich machen, den Flug ohne Verspätung durchzuführen. Die EU-Fluggastrechteverordnung präzisiert das ein wenig, aber auch nicht wirklich viel. Demnach sind vom betreffenden Luftfahrtunternehmen alle zumutbaren Maßnahmen zu ergreifen, um eine Verspätung von Flügen zu verhindern.

Was unter zumutbaren Maßnahmen zu verstehen ist, definiert die Verordnung nicht. Es gibt also Fälle, bei denen die Entschädigungsregeln greifen können, oder auch nicht, und letztlich ein Richter entscheiden muss. Ausgenommen davon sind im EU-Recht explizit solche außergewöhnlichen Umstände, die sich auch durch bestimmte Maßnahmen nicht vermeiden lassen. Dazu listet die EU-Vorschrift ein paar klassische Szenarien auf, wie etwa politische Stabilität, mit der Durchführung des betreffenden Fluges nicht zu vereinbarende Wetterbedingungen, Sicherheitsrisiken, unerwarteten Flugsicherheitsmängel und den Betrieb einer Airline beeinträchtigende Streiks.

Im Zweifel gehen die Streitfälle zwischen Passagieren und Airlines an die Gerichte, die dann im Einzelfall die von Airlines vorgebrachten außergewöhnlichen Umstände und auch die jeweils zumutbaren Maßnahmen beurteilen müssen. Zum Glück gibt es bereits eine Reihe von Urteilen für Einzelfälle, die Flugreisende zu ihrer Orientierung nutzen können. Hier eine kleine Auswahl:

Flugverspätung durch schlechtes Wetter:

Extrem schlechtes Wetter gilt als außergewöhnlicher Umstand mit schlechter Vorhersehbarkeit. Gegen einen plötzlichen extremen Sturzregen, der den Abflug einer Maschine verzögert, sind die Fluggesellschaften machtlos. Anders ist das allerdings bei tiefen Temperaturen welche zu einer Vereisung der Tragflächen führt. 2013 stellte das Oberlandesgericht Brandenburg fest, dass jede Airline ihre Maschinen angemessen auf den Winter vorbereiten und auch für ausreichend vorhandenes Enteisungsmittel Vorsorge treffen muss. Geht einer Airline mangels schlechter Planung das Enteisungsmittel aus, kann sie sich nicht auf außergewöhnliche Umstände berufen.

Flugverspätung durch schlechtes Wetter
Flugverspätung durch schlechtes Wetter

Angekündigte und wilde Streiks:

Ein Streik der Fluglotsen und Piloten gilt als außergewöhnlicher Umstand. Kommt ein Flug deshalb verspätet an, muss die Fluggesellschaft keine Entschädigung zahlen.

Eine Ausnahme können aber so genannte wilde Streiks sein, bei denen sich plötzlich eine große Zahl von Mitarbeitern der Airline krank meldet, und dadurch den Flugbetrieb beeinträchtigt. Eine einheitliche Beurteilung was als wilder Streik zu werden ist, gibt es allerdings noch nicht. Einige jüngere Urteile geben aber die Richtung vor. Die Fluggesellschaft muss demnach nachweisen, dass sich für einen konkreten Flug Angestellte krank gemeldet haben, die dafür fest eingeplant gewesen waren, und dieser deshalb nicht stattfinden konnte. In zwei Urteilen bekamen die Fluggäste eine Entschädigung zugeschrieben, obwohl die beklagte Fluggesellschaft einen wilden Streik geltend machte.

Vogelschlag

Zusammenstöße mit Vogelschwärmen sind im Flugbetrieb leider keine Seltenheit. Diese können teils schwere Schäden an den Flugzeugen verursachen, so dass diese nicht oder nur nach einer Reparatur verspätet weiterfliegen können. Der Bundesgerichtshof hat dies im Jahr 2013 als außergewöhnlichen Umstand anerkannt und der Europäische Gerichtshof (EuGH) hat am 4. Mai 2017 diese Rechtsauffassung bestätigt.

Der EuGH weist aber auch darauf hin, dass die Fluggesellschaft nach einem Vogelschlag alles für sie Mögliche unternehmen muss, daraus resultierende Verspätungen zu verhindern. Dies setzt gut organisierte Inspektionen und Reparaturen voraus. Ist die auf einen Vogelschlag zurückzuführende Verspätung auch durch schlechte Organisation der Airline mitverursacht, kann den betroffenen Passagieren insofern unter Umständen trotzdem eine Entschädigung zustehen. Leider sind die Details eines solchen Sachverhalts für die Passagiere nicht auf Anhieb ersichtlich, weshalb das Thema wohl auch weiterhin die Gerichte beschäftigen sollte.

Das Thema liegt seit dem 6. April 2017 aber auch dem Europäischen Gerichtshof (EuGH) zur höchstrichterlichen Entscheidung vor, der zu Krankmeldungen von Borpersonal ein Grundsatzurteil fällen wird. Acht beim Amtsgericht Hannover anhängige Verfahren wurden bis zur Klärung des EuGH deshalb ausgesetzt. Weigert sich eine Airline unter Verweis auf plötzliche Krankmeldungen von Bordpersonal, eine Entschädigung zu zahlen, muss man wahrscheinlich auf den Urteilsspruch des EuGH warten, bis sich die Angelegenheit abschließend klären lässt. Zu berücksichtigen sind dabei die für eventuelle Ansprüche geltende Fristen.

Fluggesellschaft trägt die Verantwortung
Technische Probleme
Missmanagement der jeweiligen Airline
Wirtschaftliche Probleme der Airline
Personalmangel
Nicht Einhaltung der Ruhezeiten des Personals
Fluggesellschaft trägt nicht die Verantwortung
Streik von Piloten oder des Bodenpersonals
Unwetter
Politische Krisen
Terrorwarnungen
Blitzschlag

Fairerweise muss man feststellen, dass Verspätungen oft nicht alleine auf das Konto der Fluggesellschaften gehen, sondern auf einen Mix an unterschiedlichen Faktoren zurückzuführen sind. Schließlich haben auch die Airlines keine Lust auf unzufriedene Kunden und erst recht nicht auf Mehrkosten durch teure Schadensersatzansprüche und Gerichtsverfahren.

Auch die Flughäfen spielen beim Thema Flugverspätungen eine wichtige Rolle. So kommen am Flughafen Hannover etwa mit 90 Prozent fast alle Flüge pünktlich an oder starten rechtzeitig von dort. Am Mega-Drehkreuz Düsseldorf, welches immerhin den drittgrößten Flughafen der Republik beheimatet, liegt die Pünktlichkeit der Verbindungen bei nur schlappen 56,2 Prozent. Dass Größe alleine nicht dafür verantwortlich sein kann, zeigt der Airport München, welcher mit immerhin 70 Prozent pünktlichen Flügen deutlich besser abschneidet. In der folgenden Tabelle haben wir die Daten für die wichtigsten deutschen Airports für euch zusammengestellt.

Statistik zu Verspätungen an deutschen Flughäfen

(Quelle: OAG und MFLYRIGHT-Analyse)
Kürzel Flughafen Passagiere 2016 (#) Pünktlichkeit 07/2017 (%)
FMM Allgäu-Memmingen 883 490 86,3%
SXF Berlin Schönefeld 8 526 268 76,9%
TXL Berlin Tegel 21 005 196 57,5%
BRE Bremen 2 660 754 84,0%
DTM Dortmund 1 985 379 87,3%
DRS Dresden 1 722 863 79,9%
DUS Düsseldorf 22 476 685 56,2%
ERF Erfurt 230 436 NA
FRA Frankfurt 61 032 022 64,1%
FDH Friedrichshafen 559 985 70,8%
HHN Hahn 2 665 105 77,7%
HAM Hamburg 15 610 072 73,6%
HAJ Hannover 5 452 669 90,8%
FKB Karlsruhe / Baden-Baden 1 051 435 67,5%
CGN Köln Bonn 10 338 375 91,2%
LEJ Leipzig / Halle 2 317 255 70,4%
MUC München 40 982 384 70,1%
FMO Münster / Osnabrück 817 049 85,0%
NUE Nürnberg 3 381 681 68,2%
PAD Paderborn / Lippstadt 771 749 72,3%
SCN Saarbrücken 467 092 77,9%
STR Stuttgart 10 512 225 86,2%
NRN Weeze 1 909 704 87,1%

Flugverspätung: Entschädigung – Frist beachten!

Wer von einer Verspätung betroffen ist, und Anspruch auf eine Ausgleichszahlung hat, muss sich in der Regel nicht übermäßig beeilen. Nach einem Urteil vom Europäischen Gerichtshof richten sich die Fristen, innerhalb derer man Ansprüche geltend machen kann, zwar nach dem nationalen Recht. In den meisten EU-Ländern sind die Fristen allerdings mit mehreren Jahren ausreichend lange. In Deutschland verjähren Ausgleichszahlungsansprüche für verspätete Flüge etwa erst nach drei Jahren.

Es besteht also kein Grund, noch am Flughafen oder während der Reise sich selbst zu stressen. Am besten kümmert man sich nach der erfolgreichen Heimkehr um die Einforderung entsprechender Zahlungen. Belege, Dokumente und andere zum Nachweis erforderliche Fakten sollte man aber nach Möglichkeit am Flughafen sammeln. Dazu können auch Fotos mit Zeitstempel oder Bilder von Anzeigetafeln oder Bildschirmen an Schaltern hilfreich sein. Insbesondere wenn es sich um einen Spezialfall handelt, bei dem man in einem bereits geparkten Flugzeug vor dem Verlassen lange ausharren muss, sind zusätzliche Nachweise besonders hilfreich.

MYFLYRIGHT hilft euch aber in jedem Fall auch lange nach dem Vorfall, ohne großen bürokratischen Aufwand an euer Recht und vor allem auch euer Geld zu kommen.