Billig-Airline: 24-Stunden-Verspätung frustriert Passagier

Die Marabu Airlines sorgen erneut für Aufsehen: Passagiere in München mussten fast 24 Stunden lang am Gate auf ihren Flug nach Kalabrien warten. Ein Münchner Passagier der Chaos-Airline Marabu hatte sich auf drei Tage in Kalabrien gefreut, das Land mit seinen wunderschönen Stränden und angeblich auch der italienischen Mafia - ein wahres Abenteuer. Daher buchte er seinen Flug bei Condor. Erst später wurde ihm klar, dass ihn die Marabu Airlines, die jüngere Schwester des Unternehmens, befördern würden. Diese Überraschung sollte sich als ziemlich unangenehm erweisen.
Statt am Strand zu entspannen, erlebten die Passagiere eine Verspätung am Flughafen München. Die ursprünglich geplante Abflugzeit um 17:35 Uhr wurde stündlich immer weiter nach hinten verschoben. Bis 18:30 Uhr und 19:30 Uhr bewahrte der Passagier noch gute Laune. "Ich mag den Flughafen und die Zeit lässt sich irgendwie überbrücken. Man fühlt sich fast schon wie im Urlaub", erklärte er.
Warten am Flughafen München: Marabu Airlines lässt Reisende im Stich
Doch ab der Verschiebung auf 20:30 Uhr verschlechterte sich die Stimmung am Gate allmählich. Bis dahin war niemand von Marabu Airlines vor Ort, der nähere Informationen hätte geben können. Schließlich tauchte eine Mitarbeiterin auf, die den wartenden Passagieren einen 8-Euro-Gutschein aushändigte. Mit diesem Betrag könne man sich am Flughafen München ein Puten-Sandwich kaufen, kommentierte der verärgerte Passagier. Die Zugehörigkeit der Mitarbeiterin zu einem bestimmten Unternehmen war nicht erkennbar.
Nach 21:00 Uhr entschied sich der Passagier schließlich „müde und frustriert“, den Heimweg anzutreten. Es fuhren keine Busse mehr zurück. Die Taxikosten beliefen sich auf 45 Euro. Er forderte über ein Formular eine Rückerstattung des Flugpreises von 129,98 Euro von Marabu Airlines. Was mit den 400 Euro für seine Hotelbuchung geschehen würde, blieb vorerst unklar. Der Flug der Marabu Airlines von München nach Lamezia Terme wurde letztendlich auf den Nachmittag des folgenden Tages (4. Juli) verschoben und landete um 17:26 Uhr in Kalabrien.
Erneuter Ärger bei Marabu Airlines: Condor-Schwester annulliert Flug ohne Vorwarnung
Laut Marabu Airlines kam es bei der Partner-Airline Nordica zu einem „plötzlichen Personalmangel“. Nachdem abzusehen war, dass nicht rechtzeitig eine Ersatzbesatzung bereitgestellt werden konnte, beauftragte man unverzüglich die Fluggesellschaft Chair mit der Durchführung des Fluges. „Nachdem das Flugzeug von Zürich nach München gebracht wurde, startete der Flug am Dienstagnachmittag“, erklärte Marabu Airlines.
Das Unternehmen gab an, die Fluggäste „per SMS und vor Ort über den Flugstatus auf dem Laufenden gehalten und sie über Nacht in Hotels untergebracht“ zu haben. Es blieb jedoch unbeantwortet, ob vor Ort Personal der Fluggesellschaft zur Verfügung stand, an das sich die Passagiere hätten wenden können, oder ob die Informationen lediglich über die Anzeigetafeln erfolgten. „Marabu entschuldigt sich aufrichtig bei den Fluggästen für die entstandenen Unannehmlichkeiten“, hieß es weiter.
Marabu Airlines - Flugchaos aufgrund von Personalmangel?
Die Erklärung des Flugausfalls aufgrund von Personalmangel erscheint plausibel. Das Flugzeug, das laut Flightradar24.de zuletzt den Flug von München nach Lamezia Terme durchgeführt hatte, landete kurz vor Mitternacht in München. Nach knapp sechs Stunden war es erneut im Einsatz und flog mit einer einstündigen Verspätung nach Kos. Offensichtlich war also ein Flugzeug vorhanden, möglicherweise benötigte das Personal jedoch eine wohlverdiente Pause.
Gemäß den Informationen von Flightradar24.de befanden sich am Abend des 3. Juli insgesamt fünf der sieben Marabu-Maschinen tatsächlich am Flughafen München. Es bleibt zu hoffen, dass der Personalmangel nicht auf die verbleibenden Piloten abgewälzt wird. Die Fluggesellschaft sucht nämlich derzeit online nicht nur nach A320-Piloten, sondern auch nach Ersten Offizieren und Flugbegleitern. Dieser Vorfall ist nicht das erste Mal, dass Marabu Airlines negative Schlagzeilen macht. Seit ihrer erst sechsmonatigen Existenz sind Verspätungen und Ausfälle leider keine Seltenheit.
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