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Fluggastrechte – Verspätung: Was du wissen solltest

  • Bis zu 600 €* Entschädigung
  • Bis zu 3 Jahre rückwirkend
* abzgl. unserer Provision

Verspätungen sind immer nervig – ob bei Bus, Bahn oder wenn man selbst mit dem Auto fährt. Bei Flugreisen ist der Ärger aber meist besonders groß, da dort der organisatorische Aufwand höher und die Flexibilität der Betroffenen deutlich geringer ausfallen. Und gleichzeitig können Flugreisen in die Ferne auch richtig teuer sein.

Wer schon einmal auf einem ausländischen Flughafen gestrandet ist, weil sich die Anschlussverbindung drastisch verspätet, kennt das Problem: Gemütlich sind Flughäfen eigentlich nie und komfortable Ruhezonen Fehlanzeige. Essen und Trinken kann man darüber hinaus nur zu horrenden Preisen.

Die EU-Verordnung für Fluggastrechte bei Verspätung regelt EU-weit die Verpflichtungen der Airlines und Ansprüche der Passagiere. Auch Entschädigungssummen bei Flugverspätungen sind genau definiert. Es lohnt sich daher, die EU-Regeln genau zu kennen, um bei einer Flugverspätung auf das eigene Recht pochen zu können und am Flughafen die vorgeschriebene Unterstützung zu bekommen.

Anwendungsbereich der EU-Verordnung für Fluggastrechte

Die EU-Fluggastrechte – Verspätung gelten für alle von EU-Flughäfen startende Flüge, auch für solche von Nicht-EU-Airlines. Bei Flügen von außerhalb in das EU-Gebiet gibt es aber die Einschränkung, dass der Flug von einer EU-Airline durchgeführt werden muss. Wer also auf einem Flughafen in der Türkei oder Marokko vor dem Rückflug nach Deutschland festhängt, ist nur dann geschützt, wenn die Airline aus der EU-kommt, sprich ihren Hauptsitz dort hat.

Bei diesen Flügen steht Dir ein Anspruch zu:

EU Airline
(z.B. Lufthansa, British Airways)
Nicht EU Airline
(z.B. United Airlines, Emirates)
Reise innerhalb der EU
(München → Barcelona)
Einreise in die EU
(New York → Düsseldorf)
Ausreise aus der EU
(Hamburg → Moskau)

Das EU-Gesetz: Flugverspätung oder nicht?

Die Definition einer Verspätung ist relativ klar geregelt im EU-Gesetz. Flugverspätung ist ein Zustand der durch die genaue Verspätungszeit definiert wird. Verschiedene Zeitpunkte kommen für Abreise und Ankunft in Frage: Das Berühren der Landebahn, das Erreichen der Parkposition des Flugzeugs, das Öffnen der Türen oder das Eintreffen der Passagiere im Flughafengebäudes nach der Nutzung eines Shuttle-Busses. Zwischen all diesen Zeitpunkten kann es aus verschiedenen Gründen ja bis zu mehrstündige Verzögerungen geben, durch die man dann einen Anschlussflug oder einen wichtigen Termin am Zielort verpasst.

Der Europäische Gerichtshof hat in einem Musterverfahren entschieden, dass ein Flug dann als angekommen gilt, sobald mindestens eine der Türen der Maschine geöffnet ist und die Fluggäste die Maschine verlassen dürfen.

Fluggastrechte bei Verspätung: Schadensersatzansprüche

Bereits ab einer Verspätung von drei Stunden kann man von den Airlines eine Ausgleichszahlung für den dadurch entstandenen Schaden fordern. Einzige Einschränkung: Für die Verspätung dürfen keine außergewöhnlichen Umstände verantwortlich sein, für die die Fluggesellschaft selbst nichts kann. Dazu gehören etwa Streiks, wetterbedingte Verzögerungen, politische Krisen oder Ähnliches. In der Vielzahl der Fälle ist aber schlechtes Management der Airlines für die Verspätungen verantwortlich, weshalb diese vom Gesetzgeber auch zu folgenden Ersatzzahlungen verpflichtet werden.

Bei kurzen Flugdistanzen bis zu 1 500 Kilometer hat man bei einer Verspätung von mehr als drei Stunden Anspruch auf 250 EUR Schadensersatz. 400 EUR werden bei Flügen innerhalb der EU von mehr als 1 500 Kilometern fällig, und auch für Flüge von außerhalb der EU in das EU-Gebiet hinein mit einer Flugstrecke zwischen 1 500 und 3 500 Kilometern. Handelt es sich wie bei vielen Langstrecken um eine Verbindung zwischen einem Nicht-EU-Land und einem EU-Airport mit mehr als 3 500 Kilometer Distanz, hat man sogar Anrecht auf 600 EUR Schadensersatz, sofern man mit vier Stunden oder mehr am Zielort eintrifft.

Entschädigungszahlungen nach Flugentfernung:

Zusätzliche Versorgungsansprüche: Essen, Trinken, Hotel

Wer besonders lange auf seinen Flug warten muss, hat darüber hinaus auch noch Verpflegungsansprüche gegenüber der Airline. Niemand muss wegen einer durch die Airline verschuldeten Verspätung teuer auf eigene Kosten am Flughafen Essen oder Getränke kaufen.

Bei Flugstrecken bis 1 500 Kilometer gilt dies bereits ab einer Verspätung von zwei Stunden.

Bei Flügen innerhalb der EU mit 1 500 Kilometern Distanz oder Flügen aus EU heraus mit 1 500 bis 3 500 Kilometern Entfernung hat man nach drei Stunden Verpflegungsansprüche.

Bei Flügen aus der EU-heraus mit mehr als 3 500 Kilometern Flugstrecke entstehen die Verpflegungsansprüche bei Verspätungen von vier Stunden und mehr.

Sind diese Voraussetzungen erfüllt, hat einem die Airline in einem angemessenen Verhältnis zur Wartezeit Erfrischungsgetränke und Mahlzeiten kostenlos bereit zu stellen. Bei ein paar Stunden bedeutet dies vielleicht nur ein paar belegte Brötchen und etwas Wasser. Ab einem halben Tag Wartezeit darf es dann aber schon auch eine warme Mahlzeit sein. Was die Verpflegung betrifft, funktioniert das im Vergleich zu den Entschädigungszahlungen relativ gut. Eigentlich alle Fluggesellschaften haben für solche Fälle Gutscheine bereitliegen, die sie an die betroffenen Passagiere dann einfach ausgeben und welche dann im Gastronomiebereich des Flughafens eingelöst werden können. Neben Essen und Getränken hat man übrigens bei allen erwähnten Verspätungen auch einen Anspruch auf zwei kostenlose Telefonate, Faxe oder den Versand zweier Emails.

Einen Spezialfall stellen Verspätungen dar, die sich bis in den nächsten Tag hinein erstrecken. Dann hat man zusätzlich auch noch einen Anspruch auf ein kostenloses Hotelzimmer. Den Taxi-Transfer zum und vom Hotel zurück zum Flughafen muss die Airline ebenfalls übernehmen.

Dein Flug ist verspätet? Hol Dir, was Dir zusteht

Während es bei den Verpflegungsleistungen bei Flugverspätungen eher seltener zu Problemen kommt, sträuben sich viele Fluggesellschaften vor ihrer Entschädigungspflicht durch Ausgleichszahlungen. Oft werden hierfür außergewöhnliche Umstände angeführt, auch wenn diese Behauptung vor keinem Gericht bestand hätte. Wenn du von einer Verspätung von drei oder mehr Stunden betroffen bist, lass Dich nicht einfach nur mit ein paar Semmeln und einer Flasche Wasser abspeisen. Deine Schadensersatzansprüche verjähren nicht so schnell und du kannst sie in aller Ruhe auch von zu Hause aus einfordern. Mit MYFLYRIGHT gelingt das besonders leicht. Wir kennen die Winkelzüge der Airlines genau, und wissen wo man bei ihnen den Hebel ansetzen muss, um zu seinem Recht zu kommen.